Sänger/in Tenor

Reinoud Van Mechelen

Biographie

Reinoud Van Mechelen schloss 2012 sein Gesangstudium am Conservatoire Royal in Brüssel in der Klasse von Dina Grossberger ab. 2017 wurde ihm von der Union der belgischen Musikkritik der vielbeachtete Caecilia-Preis als Junger Musiker des Jahres verliehen. Eine Anerkennung von "zu Hause" für den Künstler, der sich schon in seinen frühen Karrierejahren auf zahlreichen internationalen Bühnen etablieren konnte.

Bereits 2007 machte Reinoud Van Mechelen an der Académie Baroque Européenne d'Ambronay, geleitet von Hervé Niquet, auf sich aufmerksam. 2011 war er Mitglied des "Jardin des Voix" von William Christie und Paul Agnew in dessen Folge er zum regelmäßigen Solisten von Les Arts Florissants wurde. Mit diesem Ensemble gastierte er u. a. beim Festival d'Aix-en-Provence, beim Edinburgh Festival, im Schloß von Versailles, am Bolschoi-Theater in Moskau, in der Royal Albert Hall und im Barbican Centre in London, im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, in der Philharmonie und der Opéra Comique in Paris sowie an der Brooklyn Academy of Music in New York.

Namhafte Barockensembles sichern sich in der Folge seine Zusammenarbeit: Collegium Vocale, Le Concert Spirituel, Le Concert d'Astrée, Les Talens Lyriques, Pygmalion, Le Poème Harmonique, B’Rock, Ricercar Consort, Scherzi Musicali, Hespèrion XXI, u. a.

2014 war er erstmals als Evangelist in J. S. Bachs Johannespassion mit dem Royal Liverpool Philharmonic zu erleben, ein Part, den er diese Saison auf Konzerttournee mit Les Arts Florissants sowie mit dem Royal Concertgebouw Orchestra im Amsterdamer Concertgebouw wieder sang. Höhepunkte seiner letzten Spielzeiten betrafen auch die Titelpartie in Rameaus Dardanus an der Opéra national de Bordeaux sowie konzertant die Titelpartie in Zoroastre beim Festival Montpellier et Radio-France, beim Festival d’Aix-en-Provence, beim Festival de Beaune, an der Opéra royal in Versailles und im Theater an der Wien, beide Produktionen unter der musikalischen Leitung von Raphaël Pichon. 2017 debütierte er am Opernhaus Zürich als Jason in Charpentiers Médée unter der Leitung von William Christie. Neben zahlreichen anderen Verpflichtungen unternahm er inzwischen noch weitere bedeutende Repertoireergänzungen als Belmonte (Die Entführung aus dem Serail) mit dem Orchestre de Chambre de Paris sowie als Gérald (Lakmé) mit dem Münchner Rundfunkorchester.

Neben zahlreichen Konzertauftritten mit seinem eigenen Ensemble, a nocte temporis, nahm er in den letzten zwei Spielzeiten an der Jubiläumsproduktion zum 30-jährigen Bestehen des Concert Spirituel („Un Opéra imaginaire“) sowie an zwei Konzerttourneen mit Les Arts Florissants (Actéon von Charpentier in den USA und Selva Morale von Monteverdi in Paris, Versailles, Caen, Berlin und London) teil. Er war außerdem in der Titelpartie in Rameaus Pygmalion an der Oper von Dijon, in Die Zauberflöte (Tamino) am Théâtre royal de la Monnaie und in Hippolyte et Aricie (Hippolyte) an der Staatsoper Berlin (unter der Leitung von Sir Simon Rattle) zu erleben.

2019/20 feierte er sein Rollendebüt als Nadir (Les Pêcheurs de perles) an der Oper von Toulon und war außerdem zu Gast an der Staatsoper Berlin (Purcell's King Arthur) und am Grand Théâtre de Luxembourg (Titelpartie in Rameaus Pygmalion). Zwei Konzerttourneen begleiteten außerdem die Veröffentlichung seiner zwei neuen Alben mit a nocte temporis (für Alpha Classics): Orphée aux enfers von M.A. Charpentier, in Koproduktion mit Vox Luminis und Dumesny, haute-contre de Lully, in dem sich a nocte temporis zum ersten Mal in Orchesterbesetzung präsentiert. Das „Dumesny“ Album wurde u.a. mit dem Grand Prix du disque der Charles Cros Akademie sowie mit einem Diapason d'or ausgezeichnet.

Seine Pläne 2020/21 umfassen Verpflichtungen an der Opéra Comique (Hippolyte in Hippolyte et Aricie sowie Titon in Titon et l'Aurore von Mondonville), an der Opéra Royal de Wallonie (Pâris in La Belle Hélène), an der Opéra Royal de Versailles (David in David et Jonathas von Charpentier) und an der Oper von Bordeaux (Rameau Programm mit dem Ensemble Pygmalion).

Abgesehen von den oben bereits erwähnten Aufnahmen hat Reinoud Van Mechelen an zahlreichen CD- und DVD-Produktionen mitgewirkt, u.a. an drei Alben mit a nocte temporis (für Alpha Classics): Erbarme Dich (Arien von J. S. Bach) wurde von der Kritik einhellig bejubelt (mit "Choc" Classica: „Eine von den Göttern gesegnete Bach-Aufnahme“ und einem von 10 vergebenen Caecilia-Preisen für die besten Aufnahmen des Jahres 2016); Clérambault, Cantates françaises (2018) und Dublhinn Gardens (2019).

September 2020

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