Ein äußerst heikles Stück

Auch wenn Johann Strauß‘ Operette Der Zigeunerbaron musikalisch ein wahres Meisterwerk des Genres darstellt, machen Sujet und Handlung heute jede Produktion zu einem heiklen Unterfangen. Zu delikat sind die folkloristisch verbrämte Kriegstreiberei und speziell die Klischees des Zigeunerlebens, das man heute korrekterweise nicht mehr als solches bezeichnen darf. Trotzdem haben sich die Wiener Volksoper und Regisseur Peter Lund zu einer Neuproduktion des Werks entschlossen, die gewiss von Eigenständigkeit der Fassung und Aussage geprägt ist. Johann-Strauß-Experte Alfred Eschwé ist gewiss der ideale Maestro für diese Produktion. Alle wichtigen Standards aus dem Bühnenrepertoire des Walzerkönigs hat er in zahlreichen Aufführungen an seinem Wiener Stammhaus schon geleitet; an der Kölner Oper folgt im unmittelbaren Anschluss an die Wiener Premierenserie eine Wiederaufnahme der Fledermaus.

Die durchaus opernhaften Ansprüche an die Sänger der zentralen Partien im Zigeunerbaron rufen für die Produktion erste Kräfte der Volksoper auf den Plan, darunter Kristiane Kaiser in ihrem Rollendebüt als Saffi in dieser Produktion.

Premiere am 29. Februar 2020, gefolgt von Vorstellungen mit wechselnden Sängerbesetzungen bis Anfang April.
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